Bernd-Alois-Zimmermann: Violinkonzert

Wie fast immer hatte ich mich mit einem Klavierpartner auf das Konzert vorbereitet und das Werk auch in meiner Gesprächskonzertreihe konzertant aufgeführt. Mit dem (riesigen) Orchester hatte ich es erst einmal, in Wien, gespielt. Eötvös hatte eine unglaublich klare Übersicht über das Werk, ich freute mich sehr über die erste Probe – und lag eine Stunde später mit hohem Fieber am Rande eines Deliriums im Hotelzimmer. Der Rundfunk sandte eine Ärztin, die mir gebot, alle weiteren Proben abzusagen und versprach, mich bis zur Generalprobe einigermaßen wiederherzustellen. „Sie können spielen“, sagte sie „aber nachher werden Sie sich zum Wegschmeißen fühlen“. So war es. Zimmermann-Konzert mit gerade mal einer Probe, einer Generalprobe, im Fieberwahn… Ich habe keinerlei Erinnerung, wie ich die Aufführung überstand, ich glaube, ich bestand nur aus Konzentration. Ich sehe noch als wäre ich aus einem Traum erwacht den Komponisten Richard Dünser in der ersten Reihe applaudieren. An jenem Abend, sagt er, habe er beschlossen, das Violinkonzert für mich zu schreiben, das ich später bei den Bregenzer Festspielen mit den Wiener Symphonikern uraufführte. (Siehe Tonträgerliste) Es gab eine Reihe von Menschen, die mir gratulieren wollten, ich stand da mit rinnender Nase, roten Augen, mühsam jede Berührung abwehrend…

Der Mitschnitt hat mich positiv überrascht. Dennoch würde ich ihn gerne einmal mit dem aus Wien vergleichen, den ich in gesundem Zustand gespielt habe.

Wir haben die Aufnahme erstmals gemeinsam mit dem Konzerten von Schönberg und Berg auf CD veröffentlicht (bei LondonHall, siehe Liste). Später meldete sich die Firma NEOS bei mir; sie plane eine Eötvös-Jubiläums-CD, ob ich mit der Veröffentlichung des Mitschnitts einverstanden sei. Ich war es, und daher gibt es eine zweite Bestellmöglichkeit: neos-music-shop.com

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