Save the date

Svjatoslav Richter, einer der größten Musiker, die ich je live hören durfte, gönnte sich in späten Jahren nach einer Weltkarriere den Luxus, nur noch selten aufzutreten, meist mit spontanen Ankündigungen über Ort,  Zeit und Programm. So sehr ich Richter schon früher bewunderte – etwa an zwei unvergesslichen Abenden mit dem gesamten Wohltemperierten Klavier – stellten diese späten, legendär gewordenen Konzerte nochmals eine Steigerung in seinem Spiel dar. Er spielte, was ihm am meisten bedeutete, wann und wo er wollte.

In der gebotenen Bescheidenheit und auf meine Weise sehe ich in der Haltung dieses Riesen ein Vorbild. Nach Jahrzehnten vielfältigsten Auftretens versuche ich, meine Mittel zu bündeln und in aller Intensität einer begrenzten  Zahl ausgewählter Aufgaben zu widmen, die mir besonders am Herzen liegen.

Somit können jenseits  langfristiger Dispositionen hier auch immer wieder recht kurzfristige Ankündigungen auftauchen!

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So. 26.7.2020   — verschoben wegen Corona auf Juli 2022!! Details folgen

18:20 Uhr

Uraufführung

Wien, Jesuitenkirche

Erich Urbanner: “An-Reger mit Variationen”

Thema von Max Reger und 7 Variationen für Violine und Orgel

Martin Mumelter, Violine

Johannes Skudlik  Orgel

https://jesuitenkirche-wien.at/kirchenraum/#galerie

Die ganze Konzertreihe Sommer 2020 in der Jesuitenkirche wurde wegen Coronabestimmungen abgesagt und soll 2021 nachgeholt werden.


11.9.2020    20 Uhr

Festival “Klangspuren” Schwaz/Tirol

https://www.klangspuren.at/klangspurenfestival/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=984&cHash=ca65ec24897250d5c76ea654d81c1323

Eröffnungskonzert

Adriana Hölszky. Violinkonzert “Apeiron” (2018)

Österreichische Erstaufführung

Details zum MM gewidmeten Werk siehe hier unter “Grundsätze” https://www.mumelter.de/grund-saetze/  oder: Verlag Breitkopf und Härtel:   https://www.breitkopf.com/work/20198/apeiron

Wenn das Unbestimmte hörbar wird: Klangspuren werden eröffnet

Der Innsbrucker Geiger Martin Mumelter kehrt heute beim Klangspuren-Eröffnungskonzert im Schwazer Silbersaal mit Adriana Hölszkys Violinkonzert auf eine Tiroler Bühne zurück.

Martin Mumelter, geboren 1948 in Innsbruck, lebt heute unweit von München.
© Michael Kristen

Von Ursula Strohal

Innsbruck – Das Wiener Biotechnologie-Unternehmen Apeiron Biologics arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung eines Medikaments zur Behandlung schwer erkrankter Covid-19-Patienten. Apeiron, ein Begriff aus der frühesten antiken griechischen Philosophie, steht vieldeutig für das Unbegrenzte, vielleicht auch Unbestimmte, weniger abstrakt auch für das Prozesshafte. Wenn heute Freitag im Schwazer Silbersaal das auf die aktuelle Situation zugeschnittene Klangspuren-Festival eröffnet wird, ist – wie überall inmitten der Sicherheitsvorkehrungen – wohl auch die Grundstimmung eines Unbestimmten präsent. Apeiron wird an diesem Abend konkret, und wie es ihm und dem Wesen der Musik entspricht, ins Unendliche erweitert. Anlass ist die österreichische Erstaufführung des mit „Apeiron“ betitelten Violinkonzerts von Adriana Hölszky. Vor diesem Werk erklingt Hannes Kerschbaumers „schiefer für Orchester“, danach Gerd Kührs „Música pura“.

„Anlässlich ihres 65. Geburtstags vor zwei Jahren bekam Adriana Hölszky den Auftrag für ein Violinkonzert. Ich kannte sie bisher nur als prominente Komponistin mit einer Professur am Salzburger Mozarteum, wo ich eine Violinklasse leitete. Sie fragte mich, ob ich den Solopart übernehmen wolle, und hat mir das Werk schließlich auch gewidmet, das ich an ihrem Geburtstag mit dem Stuttgarter Kammerorchester uraufführen durfte.“ Martin Mumelter hat seither nicht aufgehört, an dem Konzert weiter zu arbeiten, hingerissen zu sein von Hölszkys Präzision und Detailarbeit, von ihrer Grenzdurchdringung, ihrem Zugriff auf Orchesterverbindungen, auch von den Abgründen: „In ein Ganzes gebunden, werden in der Kunst Abgründe schön.“

Adriana Hölszky sollte heuer Composer in Residence der Klangspuren sein und die Aufführung des Violinkonzertes mit dem Uraufführungssolisten Teil davon. Vieles hat sich Corona-bedingt erübrigt, aber das Konzert konnte gerettet werden und erklingt nun mit dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter der Leitung von Titus Engel in Anwesenheit der Komponistin. Mit Mathias Spahlingers „doppelt bejaht“ am kommenden Sonntag konnte ein weiteres ursprünglich geplantes Projekt ins sonst völlig neu gestaltete Klangspuren-Programm 2020 übernommen werden.

Der Innsbrucker Geiger Martin Mumelter hat schon als Student seine Affinität zur Musik der Moderne und der Gegenwart gezeigt und wurde dann von bedeutenden Dirigenten und Orchestern (RSO und Wiener Symphoniker, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Tiroler Symphonieorchester) geholt für die Violinkonzerte von Arnold Schönberg, Alban Berg, Bernd-Alois Zimmermann, Tadeusz Baird, Alfred Schnittke, Richard Dünser u. a. Dazu kam viel Kammermusik und eine große Bach-Liebe, verbunden mit dem Interesse an historischen Praktiken und Instrumenten.

Am Mozarteum gründete und leitete Mumelter, der heute nahe München lebt, ein Institut für Neue Musik. „Im Lauf der Jahrzehnte ist die Neue Musik pluralistischer geworden, wobei nicht jeder und alles gilt. Das Feld ist weit genug, man wurde qualitätsbewusst, Komponisten und Interpreten müssen sich behaupten können. Manche Stile, wie das Serielle, gelten als überholt, aber nach 100 Jahren wird das Beste daraus ausgegraben sein.“

…aus dem Pressebericht:

Eröffnung Festival Klangspuren: Blätter im Wind des Unermesslichen

…..Adriana Hölszkys Violinkonzert von 2018 holt alle Magie aus der Reduktion eines Streichorchesters, das sie immer neu zu gruppieren, zu färben weiß, das überrumpelnd Fülle und Schärfe zeigt, den Kontrabassisten zusätzlich zum Percussionisten macht und sich in die Stille der Poesie zurückzieht.

Martin Mumelter charakterisiert, präzisiert und weitet gleichzeitig das Stück im Solopart mit seinem kristallin reinen, doch weichen Geigenton, glanzvoll und überlegen in den horrenden Schwierigkeiten… (Tiroler Tageszeitung, 14.9.2020)

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Notizen für Herbst 2020

Der von China aus geplante und  organisierte Meisterkurs im Haus Sawallisch am Chiemsee wird aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen (Coronavirus), von denen Gruppen aus China besonders betroffen sind, vorläufig abgesagt und nach Klärung der Lage neu organisiert.

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Aktueller Stand generell: Aus Pandemiegründen stehen derzeit alle meine Auftrittsplaungen still.  Warten wir ab….